Schalsteine24, von einem gewachsenen WordPress-Auftritt zu 49 statischen Seiten
Schalsteine24 liefert Bausatzhäuser aus Neopor- und Styropor-Schalsteinen, der Betrieb ist seit 1984 am Markt und gehört zur Schalsteine24.de UG. Am 31. August 2026 wurde der seit 2015 gewachsene WordPress-Auftritt durch eine statische Website ersetzt. Alle 49 Adressen blieben erhalten, die Startseite fiel von 198 auf 32 KB, und der Betrieb muss dafür weder ein Redaktionssystem noch einen Build-Schritt betreiben.


Ausgangslage
Ein Baukasten-Auftritt, der mehr Auszeichnung trug als Inhalt
Die Website lief auf WordPress mit dem Themify-Baukasten und Yoast, gewachsen seit 2015. Die Startseite wog 198 KB reines HTML, ein Großteil davon Baukasten-Auszeichnung ohne sichtbaren Inhalt. Meta-Beschreibungen waren auf mehreren Seiten identisch und bestanden aus abgegriffenem Navigationstext.
In der robots.txt sperrte eine einzelne Zeile die komplette Google-Bildersuche aus, während 155 eigene Baustellenfotos auf dem Server lagen. Genau dieser Bestand unterscheidet den Betrieb von Wettbewerbern, die mit Katalogbildern arbeiten, und war für die Bildersuche schlicht nicht auffindbar.
Inhaltlich stand auf sechs Seiten die Behauptung, ab 2020 schreibe der Gesetzgeber das Passivhaus vor. Das trifft nicht zu. Für einen Betrieb, der Bauherren zu ihrer Bauweise berät, ist eine falsche Rechtsaussage kein Schönheitsfehler, sondern ein Haftungsthema. Sie ist beim Relaunch auf allen Seiten entfallen.
Vorgehen
Seiten erzeugen statt sie in einem Redaktionssystem pflegen
Die Vorgabe des Betriebs war klar. Weg von WordPress, aber ohne dafür ein neues System, einen Build-Schritt oder eine Node-Umgebung betreiben zu müssen. Entstanden ist eine Erzeugungsstrecke, die auf unserer Seite läuft und fertige Dateien abliefert. Auf dem Server des Kunden liegt danach nur noch, was der Browser wirklich braucht.
Die Inhalte wurden aus dem Bestand ausgelesen, nicht abgetippt. Doppelausgaben des Baukastens werden erkannt und entdoppelt, Artefakte wie Slider- und Verwandte-Beiträge-Blöcke fallen weg. Textänderungen des Auftraggebers laufen über eine versionierte Korrekturliste mit 15 Regeln, jede mit Begründung und einzeln zurücknehmbar. Damit bleibt belegbar, wer welchen Satz geändert hat und warum.
Aus vorhandenen Absätzen erzeugt die Strecke Preiskarten, Technikdatentabellen, einen Zeitstrahl, Aufklapper und Kennzahlenbänder, statt Textwände einfach zu übernehmen. Herausgekommen sind 49 Seiten mit 27.626 Wörtern und 684 Dateien.
Der Rechner
Warum die Preise nur an einer Stelle stehen
Auf der Preisseite steht ein Materialrechner in reinem JavaScript, ohne Anmeldung und ohne Server-Abfrage. Wandfläche, Decke und Dach eingeben, die Summe steht sofort da. Deutsche Zahleneingabe wird korrekt gelesen, den Tausenderpunkt eingeschlossen.
Die Preise zieht der Rechner aus genau denselben Karten, die darüber auf der Seite stehen. Das ist der eigentliche Punkt. Eine zweite, im Code hinterlegte Preisliste wäre bequemer zu bauen gewesen, hätte aber irgendwann von der sichtbaren abgewichen, und ein Rechner, der einen anderen Preis nennt als die Tabelle daneben, kostet mehr Vertrauen als er Arbeit spart.
Die Bilder
155 Baustellenfotos, die vorher niemand finden konnte
Die erste Spiegelung des alten Auftritts hatte nur die verkleinerten Vorschaubilder erfasst. Die Vollauflösungen lagen im Medienordner und mussten separat geholt werden. 92 der 155 Motive liegen jetzt ab 1.400 Pixel Breite vor, ausgeliefert wird durchgehend WebP mit einer Rückfallebene für ältere Browser.
Zugeordnet waren die Fotos vorher kaum. 87 Stück lagen auf einer einzigen Sammelseite, während die Seiten über Decken und Dachstuhl gar kein Bild hatten. 105 Aufnahmen sind deshalb thematisch neu verteilt worden, dorthin, wo sie das Beschriebene auch zeigen.
Der Materialkreis im Titelbereich dreht sich in reinem CSS, mit dem Passivhausstein in der Mitte und den übrigen Bauteilen auf einer Bahn darum. Eine Gegendrehung hält die Bilder aufrecht. Er pausiert bei Mauszeiger und Tastaturfokus und steht still, wenn im Betriebssystem reduzierte Bewegung eingestellt ist.
Der Umzug
Zwei Dateien, die den Umstieg beinahe gekostet hätten
Die Weiterleitung von www auf die Adresse ohne www stand nirgends in der Serverkonfiguration, sie kam von WordPress selbst. Ohne Ersatz wäre die Seite nach dem Abschalten unter zwei Namen erreichbar gewesen, mit dem entsprechenden Effekt auf die Bewertung durch Google.
Eine zweite Datei, eine .user.ini, lud bei jedem PHP-Aufruf eine Firewall-Datei aus dem WordPress-Verzeichnis nach. Wäre sie liegen geblieben, hätte das Kontaktformular nach dem Umzug nicht mehr funktioniert. Beide Dateien fallen bei einer normalen Dateiauflistung nicht auf, weil sie mit einem Punkt beginnen.
Umgeschaltet wurde durch Verschieben in einer einzigen Sitzung, das dauerte sechs Sekunden. Der alte Auftritt liegt vollständig und unverändert in einem Nachbarordner und ließe sich mit einem Befehl zurückholen.
Ein Nebenbefund
Was die Suchdaten über den eigenen Firmennamen verrieten
Bei der Auswertung der Search Console fiel etwas auf, das ohne die Analyse unentdeckt geblieben wäre. Die mit Abstand stärkste Suchanfrage der Domain ist der Firmenname selbst. Die Zahl darin lesen viele Suchende aber als Maßangabe für Betonschalsteine, ein Produkt, das der Betrieb gar nicht führt.
Ein Teil der Besucher kam also mit einer Erwartung, die die Seite nie erfüllen konnte. Die Ausrichtung der Texte läuft seitdem konsequent über das Material, also über Neopor und Styropor, statt über den Namen. Das ist kein Ranking-Kniff, sondern verhindert Besuche, die von vornherein nicht passen.
Qualitätssicherung
Wie wir vor dem Umschalten geprüft haben
Zwei eigene Prüfwerkzeuge liefen über den fertigen Stand. Das erste sieht sich die Auszeichnung an und meldet verwaiste Überschriften, fehlende Alternativtexte, doppelte Titel, Verweise ins Leere und Verweise ohne sichtbaren Text. Das zweite öffnet jede Seite in einem echten Browser.
Dieses zweite Werkzeug prüft 147 Kombinationen aus 49 Seiten und drei Bildschirmbreiten auf waagerechten Überlauf, eine gemeinsame linke Kante, Bilder außerhalb ihres Kastens, hochgerechnete Bilder, überlaufenden Text und zu kleine Schaltflächen. Es wartet dabei ausdrücklich auf Schriften und Bilder, weil Messungen im Zwischenzustand vorher Fehlalarme erzeugt hatten.
Dazu kamen alle 71 internen Ziele und alle 182 Sprungmarken, einzeln geprüft. Ein Verweis, der auf einen Abschnitt zeigt, den es nach dem Umbau nicht mehr gibt, fällt sonst erst dem Besucher auf.
Der Umstieg in Zahlen
Umgestellt wurde am 31. August 2026. Für belastbare Aussagen zu Rankings ist das zu früh, frühestens Anfang Oktober 2026 lässt sich das seriös vergleichen. Nachprüfbar ist heute, was technisch messbar ist, und dass der Umzug keinen Einbruch verursacht hat.
Am 07.09.2026 direkt auf der Live-Seite nachgemessen sind die Seitengrößen (unkomprimiert), die 49 Adressen mit HTTP 200, die Weiterleitungen der alten Pfade und die freigegebene Bildersuche. Die 198 KB der alten Startseite stammen aus der Bestandsaufnahme vor dem Umstieg und lassen sich heute nicht mehr nachmessen. Die Anzahl der Prüfläufe, Dateien und Fotos stammt aus der Projektdokumentation, die Klickzahlen aus der Search Console des Betriebs.
Häufige Fragen zum Projekt Schalsteine24
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